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“Wir entscheiden kompetenzbasiert” – Summer&Co über Arbeiten ohne klassische Hierarchien

“Wir entscheiden kompetenzbasiert” – Summer&Co über Arbeiten ohne klassische Hierarchien

Gemeinsam mit Adobe wollen wir verstehen, was “New Work” in der Praxis bedeutet. Wie kann modernes Arbeiten aussehen und welche Tools braucht man für die Umsetzung? Dafür besuchen wir Menschen und Unternehmen, die ihren eigenen Weg gefunden haben und uns ein Stück mitnehmen: Folge 02 mit Summer&Co – einer Beratungsfirma, die selbst ausprobiert, wie Organisationen anders gestaltet werden können.

Wer eine klassische Karriere anstrebt, für den heißt es immer noch oft: Es gibt eine Leiter, die muss man erklimmen. Und zwar von unten nach oben.

Die Beratungsfirma Summer&Co erprobt das extreme Gegenteil. Sie ersetzen das klassische Hierarchiemodell durch eine fluide, kompetenzbasierte Struktur. Statt Rollen fest einer Person zuzuschreiben, werden diese immer wieder neu verteilt. „Wir sehen uns als eine Art New Work Labor, das selbst erprobt, wie Organisationen anders gestaltet werden können, bevor wir dieses Wissen mit anderen teilen“, sagt Antonia Nooke, die bei Summer&Co unter anderem als Beraterin tätig ist.

Für unsere Adobe-Video-Reihe „WE <3 NEW WORK“ haben wir sie und ihren Kollegen und Geschäftsführer Kai Voigt an einem heißen August-Tag in ihrem Workshop Space in Berlin-Mitte getroffen.

Über das Unternehmen

Summer&Co beschreibt sich selbst als eine Beratung für eine agile, am Menschen orientierte Arbeitswelt. Viele New Work Methoden probieren sie selbst aus, bevor sie auch bei ihren Kunden zum Einsatz kommen. So auch die Arbeit mit kompetenzbasierten Hierarchien.

Antonia, für Euch heißt New Work Hierarchie neu zu denken. Wie macht Ihr das? 

Antonia Nooke (AN): In klassischen Organisationen sind Positionen ganz klar in Hierarchien verortet und haben ein vordefiniertes Aufgabengebiet, sodass eine Vollzeitstelle daraus wird. In der Selbstorganisation hingegen denken wir eher in fluiden Rollen. Diese umfassen kleinere, sinnvolle Aufgabenbündel und können je nach Projekt eingenommen oder abgegeben werden. Das heißt, auch bei uns gibt es noch Hierarchien – aber sie werden je nach Kompetenz und Projekt über entsprechende Rollen neu eingenommen.

„Warum können wir nicht die Menschen entscheiden lassen, die wirklich die Kompetenz für ein bestimmtes Thema haben?“

Kai Voigt, Summer&Co

Was hat Euch zu dieser besonderen Art der Zusammenarbeit bewegt?

Kai Voigt (KV): Ich bin geprägt durch klassisch aufgestellte Organisationen, wo individuelle Leistung eine sehr große Rolle spielte. Ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass Menschen unter ihrem Potential geblieben sind und verheizt wurden. Man lässt sie so lange einen Job machen, bis nichts mehr geht und dann findet man einfach jemand Neues. Alle Mitarbeiter*innen bilden aber mit ihren Fähigkeiten und ihrem Wissen die Grundlage dafür, dass ein Unternehmen Geld verdient. Das stand für mich immer in einem absolut unverständlichen Widerspruch dazu, dass man genau diese Menschen dann schlecht behandelt. Ich habe diesen Widerspruch selbst erlebt und mit der Gründung von Summer&Co wollten wir diesen auflösen.

Inwiefern ist es auch eine Antwort auf eine sich immer schneller verändernde und komplexer werdende Welt?

KV: Absolut. Heute muss sich im Grunde jede Organisation fragen: Wie stark bin ich in der Lage Wandel als das neue Normal zu akzeptieren? Kann ich damit umgehen? Und wie treffen wir eigentlich gute Entscheidungen? Können wir die Menschen entscheiden lassen, die wirklich die Kompetenz für ein bestimmtes Thema haben?

Übrigens: Noch mehr Insights und Tipps zum Arbeiten ohne klassische Hierarchien findet Ihr hier.