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„Ich habe keine Angst vor dem Virus“ – Einblicke in systemrelevante Berufe

„Ich habe keine Angst vor dem Virus“ – Einblicke in systemrelevante Berufe

Alle reden derzeit von „systemrelevanten“ Berufen – gemeint sind Ärzt*innen, Krankenpfleger*innen, Lehrer*innen und all diejenigen, die jetzt in der Krise den Laden am Laufen halten. Wir wollen wissen, wie die Arbeit in diesen Berufen derzeit aussieht und was Corona für jede*n einzelne*n bedeutet. Folge 2: Verkäuferin Katharina Lorenz

Katharina Lorenz, 36 Jahre

Verkäuferin in einem Bio-Supermarkt im Münchner Umland

“Ich bin erleichtert, dass ich zwei Tage pro Woche arbeiten gehen darf. Klar gibt es im Biomarkt ein erhöhtes Risiko sich anzustecken, aber ich bin trotzdem froh, mal  rauszukommen. Ich stehe hinter der Theke mit anderthalb Metern Sicherheitsabstand und viele Kunden tragen Mundschutz und Handschuhe. Ich selbst trage aus hygienischen Gründen natürlich auch Handschuhe. Aber ich möchte auf keinen Fall einen Mundschutz tragen – ich persönlich habe nämlich gar keine Angst vor dem Virus. Ich denke, es wird eine Menge Hysterie und Panik verbreitet, die so nicht begründet ist. Viel beängstigender finde ich, welche Ausmaße die staatlichen Befugnisse haben und dass die Regierung unsere Freiheit einfach so einschränken kann.

„Ich sehe meinen Job jetzt öfter mit anderen Augen und bin wirklich dankbar dafür.“

Katharina Lorenz

Die Ausgangsbeschränkung in Bayern beeinflusst unseren Alltag schon sehr. Ich muss mir immer wieder bewusst machen: Was darfst du? Was darfst du nicht? Das ist für mich als freiheitsliebenden Menschen schwierig. Für uns ist auch die Kinderbetreuung ein Problem: die Großeltern sollen ja nicht. Und die Freundin meines Bruders, die sehr oft und gerne auf meinen Sohn aufpasst, gehört rechtlich nicht zur Familie – darum darf sie aktuell gar nicht als Babysitterin einspringen. Da aber auch mein Mann als Physiotherapeut weiterhin arbeiten gehen soll, darf unser Sohn zum Glück jetzt in die Notbetreuung der Kita.

Viele meiner Freunde und Bekannten sind jetzt in Kurzarbeit oder können gar nicht mehr arbeiten gehen. Deshalb sehe ich meinen Job jetzt öfter mit anderen Augen und bin wirklich dankbar dafür. Mich motiviert, dass ich abends über Livestream Sport machen kann. Ich habe gemerkt, das mache ich öfter und lieber als ins Fitnessstudio zu gehen. Ich sehe also auch Vorteile an der aktuellen Situation!”