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Wie funktioniert eigentlich: Agiles Arbeiten

Die Idee

Das Konzept des agilen Arbeitens stellt klassische Arbeitsweisen auf den Kopf: Agile Unternehmen verteilen die Verantwortung weg vom Management hin zu den Teams. Das Ziel dahinter: Schneller handlungsfähig sein. Teams arbeiten dabei weitgehend selbstbestimmt und definieren auch ihre Ziele selbst. Um solch ein selbst definiertes Ziel zu erreichen, wird Flexibilität auf dem Weg dorthin kultiviert. Das bedeutet: Projekte werden in kleine Intervalle, sogenannte Sprints, unterteilt. In kurzen Abständen werden Fortschritte überprüft, Feedback eingeholt und eingearbeitet und eventuell neu entstandene Anforderungen ergänzt. So kann schnellstmöglich ein Ergebnis präsentiert, getestet und stetig verbessert werden. In agilen Kunden-Projekten gibt es eine enge Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber, der in den iterativen Prozess mit einbezogen wird. Agiles Arbeiten lässt sich mithilfe verschiedener Methoden in einer Organisation etablieren – siehe Scrum, OKR und Design Thinking.

Die Vorgeschichte

Der US-amerikanische Soziologe Talcott Parsons näherte sich 1951 in seinem Buch “The Social Systems” ersten Prinzipien von agilen Organisationen. Ebenfalls in den 1950er Jahren begannen Unternehmen mit einem Vorläufer namens IID (Incremental Iterative Development) zu experimentieren, darunter NASA und IBM. In den 1990er Jahren wandte sich auch die Forschung stärker dem Thema zu, zahlreiche Sachbücher erschienen und machten die Grundsätze einem breiteren Publikum bekannt. 2001 schließlich riefen 17 Software-Entwickler in Utah das “Agile Manifest” aus – eine Art Urknall für agiles Arbeiten. Sie definierten darin Werte und Prinzipien nach welchen sie in Zukunft arbeiten wollten.

Die Verbreitung

Weit verbreitet sind agile Methoden vor allem in Software-Unternehmen. Doch auch in anderen Branchen sind Scrum & Co. auf dem Vormarsch, wie der jährlich erscheinende State of Agile Report belegt. Danach nutzen in Europa bereits ein Drittel aller Unternehmen agile Arbeitsweisen. Als Grund für die Einführung wird neben der erhofften Produktivitätssteigerung auch eine höhere Zufriedenheit der Mitarbeiter*innen genannt.

Die Bedenken

Agile Methoden sind kein Allheilmittel, sie bleiben reines Werkzeug – solange nicht auch die Kultur innerhalb der Teams und der Unternehmen einen Wandel erfahren. Nicht die Methoden sind entscheidend für die erfolgreiche Etablierung agiler Arbeitsweisen, sondern die Menschen und deren Fähigkeiten in einem neuen Rahmen zusammenzuarbeiten.

Die Vorteile

Agile Arbeitsweisen wirken auf allen Ebenen einer Organisation: Das Unternehmen selbst kann schneller auf Markt und Kundenwünsche reagieren. Agiles Arbeiten steigert nachweislich die Produktivität. Zudem kann agiles Arbeiten einen positiven Effekt auf jedes Teammitglied haben, da es Eigenverantwortung, Selbstbestimmung und eine transparente Zielerreichung stärkt.

Mehr erfahren, mehr verstehen

In diesem TED-Talk berichtet der Intrapreneur Peter Biddle von der Herausforderung, agil in einer nicht-agilen Umgebung zu arbeiten:


Eine übersichtliche Zusammenfassung aller Facetten agilen Arbeitens und seiner Methoden bietet der Blog Agiler Weg.