Wie funktioniert eigentlich: Gig Economy

Die Idee

“Gig Economy” bezeichnet einen Teil des Arbeitsmarktes, der von zeitlich befristeten Tätigkeiten und Einzelaufträgen gekennzeichnet ist. In der Gig Economy nehmen Arbeitnehmende in Teilzeit- oder Zeitarbeitsstellen oder als unabhängige Auftragnehmende am Arbeitsmarkt teil.

Die Vorgeschichte

Das Wort “Gig” hat seinen Ursprung in der amerikanischen Jazz-Szene der 1920er Jahre. „Gig“ bezeichnete damals den Einzelauftritt einer Band ohne ein schon vertraglich vereinbartes Folge-Engagement mit dem Veranstalter. Übertragen auf die Arbeitswelt bedeutet Gig Economy die Vermittlung und Erfüllung von Einzelaufträgen ohne eine darüber hinausgehende Garantie für Folgeaufträge.

Die Verbreitung

Die Gig Economy ist eine Begleiterscheinung sich wandelnder globaler Einstellungstrends. Das Aufkommen der Plattform-Ökonomie, einem Geschäftsmodell, das im Kern Anbieter*innen und Interessent*innen auf einer ganzheitlichen Plattform zusammenbringt, hat den Trend zusätzlich verstärkt. Beispiele für solche Plattformen sind etwa Lieferdienste, Fahrdienstvermittlungen oder Online-Marktplätze für kreative Dienstleistungen. Schätzungen zufolge war im Jahr 2021 bereits ein Drittel der Erwerbstätigen in den USA in irgendeiner Form in der Gig-Economy tätig. Expert*innen gehen davon aus, dass diese Zahl noch steigen wird.

Die Bedenken

Arbeitnehmende in der Gig Economy sind eher Unternehmer*innen als traditionelle Angestellte. Dies bedeutet zwar für die einzelnen Arbeitnehmer*innen eine größere Entscheidungsfreiheit und Flexibilität – aber andererseits auch das Wegfallen der Sicherheit eines festen Arbeitsplatzes mit regelmäßiger Bezahlung, Altersvorsorge, bezahltem Urlaub und Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall. Die Gig Economy hat dadurch entscheidend zu einer Vermehrung prekärer Beschäftigungsverhältnisse beigetragen.

Die Vorteile

Die Gig Economy hat sowohl für Arbeitnehmende als auch für Arbeitgebende einige Vorteile. Arbeitgebende erhalten Zugang zu einem breiteren Talent-Pool. In einer Zeit des Fachkräftemangels erweitert die Gig Economy so die Werkzeugpalette im Recruiting von Unternehmen. Für manche Arbeitnehmende hat die Gig-Economy den Vorteil, dass sie die Möglichkeit haben, mehrere Jobs zu erledigen, je nach Job von überall aus zu arbeiten, sowie über mehr Freiheit und Flexibilität in ihrem Tagesablauf zu verfügen.

Mehr erfahren, mehr verstehen…

In diesem Beitrag von EuroNews wird die Gig Economy auf den Prüfstand gestellt:

Professor Paul Oyer über die Risiken und Chancen von Gig Economy für Arbeitnehmende: