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Wie funktioniert eigentlich: Scrum

Die Idee

Scrum bezeichnet eine Methode der Software- und Produktentwicklung. Es basiert auf der Annahme, dass hochqualifizierte und interdisziplinäre Projektteams am ehesten zum Erfolg kommen, wenn sie eine klare Zielvorgabe erhalten – für die Umsetzung jedoch allein verantwortlich sind. Erst dadurch, so die Annahme, entsteht der nötige Freiraum, um das Wissens- und Kreativitätspotenzial des Teams voll zur Entfaltung zu bringen.

Die Vorgeschichte

Seinen Ursprung hat Scrum (engl. für “Gedränge”) bereits in den frühen 1990er Jahren in Japan. Die dort verbreitete Lean Production (schlanke Produktion) strebte eine bessere Wertschöpfung durch verstärkte Zusammenarbeit an. Zwei führende japanische Professoren, Ikujirō Nonaka und Hirotaka Takeuchi, führten den Erfolg der Methode auf hochqualifizierte, interdisziplinär besetzte Entwicklungsteams zurück. Später übertrugen die Amerikaner Jeff Sutherland und Ken Schwaber diese Erkenntnisse erfolgreich auf die praktische Umsetzung von Software-Projekten. 

Die Verbreitung

Jedes zweite deutsche Unternehmen setzt in der IT auf agile Projektmanagement-Methoden. Die überwiegende Mehrheit davon setzt auf Scrum. Weit abgeschlagen auf Platz 2 landet die verwandte Methode Kanban.

Die Bedenken

Für Unternehmen, die bislang auf klassisches Top-Down-Projektmanagement gesetzt haben, bedeutet Scrum ein Kulturschock. Etablierte Hierarchien werden aufgelöst und durch die drei Rollen des Scrum ersetzt (Developer, Scrum Master und Product Owner). Da das Scrum-Team komplett eigenverantwortlich agiert, müssen sich sowohl Mitarbeiter auf ihre neue Rolle einlassen – als auch Vorgesetzte mit dem Kontrollverlust umgehen. Zudem bringt Scrum einen sehr hohen Abstimmungs- und Kommunikationsaufwand mit sich.

Die Vorteile

Die meisten Projekte im IT-Bereich sind heute zu komplex, um sie ganzheitlich im Voraus zu planen. Auch Innovationsprozesse lassen sich schwer mit klassischen Tools vorhersagen. Scrum bietet in solchen Projekten einen hohen Grad an Agilität: So wird jedes Projekt zunächst in kleinere Milestones zerlegt. In dem iterativen Entwicklungsprozess eines so genannten Sprints wird jeweils ein Projektabschnitt umgesetzt, reflektiert und optimiert. Wichtiger Baustein ist das tägliche Stand-up Meeting, bei dem sich das Entwicklerteam über den aktuellen Arbeitsstand austauscht – und gegebenenfalls zeitnah auf neue Entwicklungen oder Herausforderungen reagieren kann.

Mehr erfahren, mehr verstehen

Hier eine kurze Einführung für Beginner.
You serious with Scrum? Hier gibt es eine Artikelsammlung von nerdy bis unterhaltsam.
Zur Studie über die Verbreitung von Scrum in Deutschland.